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Im Gespräch: Johannes Faas (DJ)

Livestreams aus Clubs sind zwar momentan schwer angesagt, aber im Prinzip auch schwer defizitär. Im Nachtleben halten sich Betreiber, Veranstalter und DJs damit bestenfalls positiv in Erinnerung. Fakt ist aber: Sie alle sind von den Corona(ch)wehen besonders langwierig betroffen, weil der gebotene Gäste-Mindestabstand und das Prinzip des Nachtclubs sich diametral gegenüber stehen und sie in Sachen Wiedereröffnung in der Warteschlange ganz hinten stehen.

DJ Johannes Faas, bekannt aus dem P1 und dem Herzog, verzichtet auf Livestreams, hat sich aber dafür die Zeit für ein Interview mit uns genommen.


Wie kannst du dich momentan über Wasser halten?

Johannes Faas: „Ich habe als Selbstständiger ein paar Rücklagen geschaffen, eigentlich zur Altersvorsorge gedacht, die mich ein paar Wochen durchhalten lassen. Bis zum Sommer wird es dann natürlich auch eng. Sehr lange ist solch ein Zustand nicht durchzuhalten.“


Was erhoffst du dir vom restlichen Jahr?

Johannes Faas: „In diesem Jahr geht es für uns eher ums Überleben. Entscheidend für uns ist für uns vor allem, dass nach der Krise die Bars, Clubs und Eventlocations, mit denen wir zusammenarbeiten, noch im Geschäft sind. Ich hoffe, dass man zum Sommer wieder öffnen kann. Man wird sicher mit Einschränkungen zu rechnen haben, aber wichtig ist, dass das Geschäft wieder anläuft. Unsere Münchner Gastronomie wird kreativ genug sein, auch unter diesen prekären Bedingungen was Interessantes auf die Beine zu stellen.Trotzdem wird uns natürlich die Wiesn fehlen, die ganzen Sommerfeste, die meisten Firmenveranstaltungen. Auch Hochzeiten wird es wohl vor August keine geben. Nächstes Jahr werden wir dann wohl wieder in die schwarzen Zahlen kommen.“


Wenn du Ministerpräsident wärst, was wären deine Maßnahmen, um der Gastronomie/Hotellerie zu helfen?

Johannes Faas: „Wichtig wäre, eine zeitliche Perspektive zu schaffen. Die Gastrobetriebe können nicht einfach noch zwei Monate geschlossen bleiben. Wenn die Läden hoffentlich bald öffnen, müssen die durch Kapazitätsbeschränkungen bedingten Umsatzeinbußen zum Teil vom Staat ausgeglichen werden, so dass die Betriebe zumindest bis nächstes Jahr überleben können. Wir dürfen unsere gastronomische Vielfalt nicht kaputt gehen lassen. Viele sehr gute Leute haben die letzten Jahre viel Arbeit reingesteckt, haben aus unternehmerischer Sicht alles richtig gemacht. Ihnen zu helfen ist eine Investition in die Zukunft.“



Was nimmst du persönlich für dich mit aus dieser Krise?

Johannes Faas: „Uns ist bewusst geworden, wie fragil unsere Gesellschaft tatsächlich ist. Wir lieben unseren Job und wenn wir wir zur Untätigkeit verdammt sind, fehlt uns weit mehr als nur unsere Einnahmen. Ich glaube, dass wir mehr Zusammenhalt erleben werden. Wenn wir nach der ersten Wiedereröffnung einen Superjob machen, werden es uns die Gäste danken. Auch wenn es zunächst wohl harte Auflagen gibt, wir treffen uns wieder in unseren Lieblingsläden, dass ist die Hauptsache. Ich freue mich sehr darauf.“


Wie kann man dich aktuell am besten unterstützen?

Johannes Faas: „Wichtig ist mir persönlich, dass wir alle im Gespräch bleiben. Die größte Unterstützung wäre natürlich, dass die Münchner nach einer Öffnung ihre Läden wieder besuchen. Ein voller Laden ist immer die beste Unterstützung für mich als DJ, im Herzog, in der Ory Bar, im P1. Wir werden auch unter schwierigen Bedingungen super Abende erleben.“


Fotos © Presse DJKlänge

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